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Holger Sonnabend - Geschichte aktuell

Kaiser Theodosius I.

Am 17. Januar jährt sich zum 1622. Mal der Todestag des römischen Kaisers Theodosius. An ihn aus diesem Anlass zu denken, ist vom historischen Standpunkt aus mehr als angebracht. Denn auch wenn sein Name im allgemeinen Bewusstsein meist hinter prominenten römischen Monarchen wie Augustus, Nero oder Konstantin zurücktritt, so hat Theodosius auf zwei Gebieten buchstäblich Weltgeschichte geschrieben, was, wie man weiß, nicht jedem vergönnt ist.

Theodosius der Große

Geboren wurde er am 11. Januar 347 n. Chr. im spanischen Cauca (und feierte mithin am 11. Januar 2017 seinen 1670. Geburtstag). Es waren unruhige Zeiten, das Römische Reich befand sich in Turbulenzen. Politische, wirtschaftliche und militärische Krisen waren an der Tagesordnung. Theodosius kam 379 an die Macht. Er war der Begründer der nach ihm benannten „theodosianischen“ Dynastie. Den Weg zur Herrschaft hatte ihm Kaiser Gratian (359-383 n. Chr.) geebnet, der ihn als Nachfolger des Valens zum Mitregenten mit Kompetenz-Schwerpunkt im Osten des Reiches ernannt hatte. Theodosius rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen. Einiges Geschick bewies der in Konstantinopel residierende Kaiser im Umgang mit den germanischen Völkern, wie mit den Goten, die die Grenzen des Reiches bedrohten. Ihnen stellte er sich nur in erfolgreicher Weise militärisch entgegen, sondern er schloss auch günstige Verträge, durch welche die brenzlige Situation spürbar entschärft wurde. Zu erwehren hatte er sich trotz aller Meriten einiger Usurpatoren, die ihn gerne beerben wollten. So erhob sich 383 n. Chr. ein (wie Theodosius aus Spanien stammender) Aufsteiger namens Maximus im Westen gegen Gratian, der auf der Flucht ums Leben kam. Legitimer Westkaiser war zu diesem Zeitpunkt der gerade einmal 8-Jährige Valentinian II. Theodosius besiegte den Usurpator im Jahre 388 n. Chr. und war danach, nur mit dem unmündigen Valentinian II. als kaiserlichem Partner an der Seite, praktisch Alleinherrscher. Allerdings trat 392 n. Chr. in der Person des Rhetoriklehrers Eugenius ein weiterer Usurpator in Erscheinung, der von dem in römischen Diensten stehenden fränkischen Heermeister Arbogast protegiert wurde und der in Italien allgemeine Anerkennung fand. Theodosius zog daraufhin mit seiner Armee Richtung Westen, um den lästigen Rivalen in die Schranken zu weisen. Am Fluss Frigidus im östlichen Venetien fand im September 394 n. Chr. die entscheidende Schlacht statt, aus der von westgotischen Kontingenten unterstützte Theodosius als Sieger hervorging. Jedoch erlitt er dabei eine schwere Verwundung, an deren Folgen er am 17. Januar 395 in Mailand starb.

Theosoius auf dem Hippodrom

Seinen privilegierten, natürlich aber auch hart erarbeiteten Status als unumstrittener Kaiser nutzte Theodosius für seine beiden historischen Großtaten. Zum einen sorgte er dafür, dass das von seinem Vorgänger Konstantin dem Großen zur erlaubten Religion erklärte Christentum nun zur allein gültigen Staatsreligion im Römischen Reich wurde. Wegen dieses Verdienstes haben ihm die dankbaren Christen den Beinamen „der Große“ verliehen. Seit Theodosius waren alle Bewohner des Imperiums zwischen Spanien und Syrien und Nordafrika und Britannien verpflichtet, an den Gott der Christen und an keinen anderen Gott zu glauben. Dabei war Theodosius, ebenso wenig wie es Konstantin gewesen war, ein gläubiger Christ. Theodosius war Real- und Machtpolitiker und sah in der perfekt organisierten christlichen Religion eine wichtige Stütze seiner Herrschaft.

Die zweite Großtat betraf seinen Tod. Er hinterließ als testamentarische Verfügung die Anweisung, die Herrschaft nach seinem Tod auf seine beiden Söhne Honorius und Arcadius aufzuteilen. Der eine residierte in Ravenna, der andere in Konstantinopel. Das Testament des vor 1622 Jahren gestorbenen Theodosius war der Ausgangspunkt dafür, dass das einheitliche Römische Reich zu existieren aufhörte und sich ein Weströmisches und ein Oströmisches Reich herausbildeten. Die Grenze verlief in Nord-Süd-Richtung durch den Balkan und wurde zu einer bis heute spürbaren Kulturgrenze zwischen West- und Osteuropa.